Woran erkenne ich eine Lahmheit im Gangbild?
Die beständigsten und am leichtesten erkennbaren Zeichen sind laut veterinärmedizinischem Standardwerk das Kopfnicken bei Lahmheit vorne und der Beckenhub („hip hike“) bei Lahmheit hinten. Die Vorhand beurteilt man am besten von vorne und von der Seite, die Hinterhand von der Seite und von hinten. Auf dem Zirkel wird eine Lahmheit oft deutlicher, häufig mit dem betroffenen Bein innen.
Kopfnicken
Der Kopf bewegt sich im Trab nicht mehr gleichmäßig auf und ab. Die Faustregel „der Kopf geht hoch, wenn das lahme Bein fußt“ stimmt nur teilweise — und eine Lahmheit hinten kann ein Nicken vorne vortäuschen. Welches Bein betroffen ist, gehört deshalb in tierärztliche Hand.
Belege: Merck Veterinary Manual; Keegan 2005
Becken und Hüfthöcker
Von hinten gesehen heben und senken sich die beiden Hüfthöcker im Trab ungleich weit. Auch hier kann eine Lahmheit vorne das Bild verfälschen.
Belege: Merck Veterinary Manual; Keegan 2005
Takt
Taktunreinheit heißt: Der Rhythmus der Fußfolge ist nicht gleichmäßig — im Trab zum Beispiel ein „hinkender“ Zweitakt. Sie ist kein eigener Befund, sondern ein Hinweis, dass etwas die Bewegung stört.
Schrittlänge und Fußung
Tritt ein Bein kürzer, landet ein Huf flacher oder anders als sein Gegenüber? Von der Seite fallen Unterschiede im Vorführen und in der Stützphase auf.
Boden und Zirkel
Harter Boden macht manches deutlich, was auf Sand verschwindet, und auf dem Zirkel zeigt sich, was geradeaus noch unauffällig ist. Deshalb gehört beides zu einer vollständigen Ganganalyse.

