Mit KI generiertHaltung & AlltagFellwechsel beim Pferd: wann er kommt und wie du ihn unterstützt
Wann ist Fellwechsel beim Pferd, wie lange dauert er, wie unterstützt du ihn? Zeitplan, Futter, Öl, Pflege – und wann PPID dahintersteckt.
Reha & Seniorpferd
Kurz gesagt
Was braucht ein altes Pferd im Winter?
Ein altes Pferd braucht im Winter tägliche Bewegung in kleiner Dosis und ein doppelt so langes Aufwärmen, Raufutter rund um die Uhr – bei schlechten Zähnen als eingeweichte Heucobs –, eisfreies Wasser und eine Decke nur bei Bedarf, etwa bei Untergewicht, fehlendem Winterfell oder nach dem Scheren. Das Gewicht prüfst du unter dem Fell mit der Hand.
Der erste Frost kommt, und mit ihm ein Satz, den ich in jedem Stall höre: „Im Winter lassen wir sie in Ruhe, sie ist ja auch schon 22." Gemeint ist das gut. Nur passiert im Winter bei einem alten Pferd genau das Gegenteil von Erholung — es wird steif, es baut Muskeln ab, und im März steht dann ein Pferd auf der Weide, das schlechter läuft als im November.
Ein Pferd gilt meist ab 15 bis 20 Jahren als alt; die meisten Pferde zeigen mit etwa 20 Jahren deutliche Alterszeichen. Eine feste Grenze gibt es nicht, das betont auch das Merck Veterinary Manual. Studien zu Seniorpferden beginnen oft bei 15 Jahren — so die große britische Untersuchung an 200 Pferden, auf die sich dieser Artikel mehrfach stützt.
Alter ist keine Krankheit. Aber es ist ein Zustand, in dem der Winter härter zuschlägt: schlechtere Zähne, steifere Gelenke, weniger Muskulatur zum Wärmen. Und ab 15 Jahren hat rund jedes fünfte Pferd PPID (Cushing), eine Hormonstörung, die unter anderem das Fell und das Immunsystem betrifft.
Nicht die Kälte ist das Problem, sondern die Nässe. Ein Pferd im Winterfell braucht erst ab etwa minus acht Grad zusätzlich Energie, nur um seine Temperatur zu halten — mit Sommerfell liegt diese Grenze schon bei rund plus vier Grad. Je gut fünf Grad darunter kommen etwa 15 bis 20 % mehr Futter dazu. Nasses, verschlammtes Fell verliert seine isolierende Luftschicht. Ein nasser, windiger Tag um null Grad setzt einem Pferd deshalb mehr zu als eine trockene Frostnacht. Alte Pferde mit wenig Reserven auf den Rippen frieren früher.
Das zweite ist der Boden. Matsch, gefrorene Trittspuren, rutschige Wege — für ein Pferd mit steifen Gelenken ist jeder Schritt darauf Arbeit, und Arbeit, die es sich spart. Es bewegt sich weniger, stellt sich an den Zaun, wartet. Genau daraus entsteht der Kreis, um den es in diesem Artikel geht: weniger Bewegung macht steifer, und steifer macht noch weniger Bewegung.
Mit KI generiertDazu kommt der Zahnstatus, und der wird im Winter erst sichtbar. Im Sommer trägt das Gras, im Winter muss Heu gekaut werden — und das verlangt intakte Backenzähne. In einer tierärztlichen Untersuchung an 200 Pferden ab 15 Jahren fand sich bei 95,4 % ein Zahnbefund — Lücken zwischen den Backenzähnen, ungleicher Abrieb, einzelne Überstände. Ein Pferd, das im Januar plötzlich abnimmt, hat oft kein Fütterungsproblem, sondern ein Kauproblem.

Der Winter-Check in Textform:
Im Schritt sieht man Schmerz beim alten Pferd selten, im Trab fast dreimal so oft. Dieselbe Untersuchung fand bei 18,6 % der Pferde eine Lahmheit im Schritt, im Trab aber bei 50,5 %. 83,5 % hatten in mindestens einem Gelenk eine eingeschränkte Beweglichkeit, 80 % einen Befund an den Hufen. Wer sein altes Pferd im Winter nur noch von der Box zur Weide führt, sieht damit fast zwangsläufig ein gesundes Pferd.
Wie groß diese Lücke ist, zeigt der Vergleich derselben Pferde mit dem, was ihre Besitzer angaben: Lahm war die Hälfte, gemeldet hatte es nicht einmal ein Viertel. Bei den Zähnen fanden die Tierärzte 95,4 % Befunde, angegeben hatten sie 24,5 % der Besitzer. Das ist keine Nachlässigkeit — es ist der Effekt, der entsteht, wenn ein Pferd sich über Jahre langsam verändert und man jeden Tag dabei ist.
| Beobachtung | Passt zum Alter | Gehört angeschaut |
|---|---|---|
| Steif nach dem Aufstehen | nach wenigen Minuten Schritt gleichmäßig | bleibt steif oder wird schlechter |
| Gang im Schritt | etwas kürzer, aber taktrein | nickt, schont ein Bein |
| Gang im Trab | braucht länger zum Lösen | lahmt — im Trab zeigt sich das öfter als im Schritt |
| Stehen | wechselt die Beine | entlastet immer dasselbe Bein |
| Aufstehen | braucht etwas Schwung | braucht zwei Ansätze oder kommt nicht hoch |
| Fressen | frisst langsamer | spuckt Heuröllchen aus, nimmt ab |
Orientierung aus der Praxis; ersetzt keine Untersuchung. Lahmheit Schritt/Trab und Zahnbefunde: Ireland et al. 2012.
Der Blick auf das Gewicht ist im Winter der wichtigste, weil das Winterfell zwei Monate lang verdeckt, was darunter passiert. Die Rippen mit der Hand zu fühlen kostet zehn Sekunden.
Ein altes Pferd braucht nicht automatisch eine Decke — wohl aber, wenn es untergewichtig ist, kaum Winterfell hat, geschoren ist oder ohne Unterstand Nässe und Wind ausgesetzt ist. Die meisten Pferde kommen ohne Decke aus, wenn sie sich normal an die Kälte gewöhnen können; das dauert rund drei Wochen. Sehr alte Pferde nennt die Utah State University ausdrücklich unter den Kandidaten für eine Decke — gemeint sind vor allem die mit wenig Reserven.
| Situation | Decke? | Worauf achten |
|---|---|---|
| Gutes Winterfell, normales Gewicht, Unterstand | meist nicht nötig | Unterstand und Windschutz zählen mehr |
| Untergewicht oder Körperkondition unter 4 von 9 | ja, sinnvoll | Gewicht wöchentlich unter der Decke fühlen |
| Geschoren | ja | Deckenstärke an das Wetter anpassen |
| Kaum Winterfell, nicht an Kälte gewöhnt | ja | Gewöhnung an Kälte dauert rund drei Wochen |
| Nass, windig, ohne Unterstand | Regendecke oder besser Unterstand | nasses Fell isoliert kaum |
| Schwitzt unter der Decke | leichter oder keine | Fell trocknen lassen, Haut auf Pilz prüfen |
Grundlage: Utah State University Extension, Caring for Horses in Cold Weather (2018).
Wer eindeckt, übernimmt eine Kontrollaufgabe. Unter der Decke siehst du nicht, ob das Pferd abnimmt. Deshalb die Decke regelmäßig abnehmen, mit der Hand über Rippen, Widerrist und Kruppe fahren und die Haut ansehen. Eine nasse Decke ist schlechter als keine.
Dann ist die Decke zu warm. Feuchtes Fell isoliert schlecht, und im feuchtwarmen Klima darunter wächst leicht Hautpilz. Eine leichtere Decke wählen oder sie an milden Tagen weglassen, das Fell trocknen lassen und die Haut kontrollieren. Ein Seniorpferd, das schon ohne Decke stark schwitzt und ein langes, lockiges Fell trägt, gehört zur Tierärztin — vermehrtes Schwitzen ist ein mögliches Zeichen für PPID.
Raufutter ist im Winter die wichtigste Wärmequelle: Bei der Verdauung von Heu im Dickdarm entsteht mehr Wärme als bei Kraftfutter. Das Merck Veterinary Manual empfiehlt mindestens 1,5 bis 2 % des Körpergewichts als Raufutter-Trockenmasse am Tag — bei einem 500-kg-Pferd also 7,5 bis 10 kg. Wird es kalt, ist mehr Heu die erste Stellschraube, nicht mehr Müsli.
Alte Pferde nehmen vor allem aus drei Gründen ab: wegen abgenutzter Zähne, wegen Stoffwechselstörungen oder wegen einer unpassenden Fütterung. Kann ein Pferd Langheu nicht mehr kauen, helfen eingeweichte Heucobs oder Rübenschnitzel als Raufutter-Ersatz. Eingeweichtes Futter im Winter frisch anrühren und zügig füttern, damit es nicht gefriert. Pferde über 20 Jahre brauchen unter Umständen mehr Eiweiß — vorher sollte die Tierärztin Leber und Nieren prüfen. Welche Menge passt, rechnet eine Fütterungsberatung anhand der ganzen Ration aus.
Die Körperkondition (Body Condition Score) wird meist auf der 9-stufigen Skala nach Henneke bewertet: Man fühlt die Fettauflage an Hals, Widerrist, Rippen, Lende, Schweifansatz und Schulter. Ziel sind 4 bis 6 Punkte. Spannend für den Winter: In der britischen Studie war Übergewicht bei den Senioren deutlich häufiger als Untergewicht — 26 % zu dick, 4,5 % zu dünn (dort auf einer 5-stufigen Skala). „Alt" heißt also nicht automatisch „mehr füttern".
| Körperkondition (Henneke, 1–9) | Bedeutung | Was du tust |
|---|---|---|
| unter 4 | zu dünn | Zähne und Gesundheit prüfen lassen, Ration anpassen |
| 4 bis 6 | Zielbereich | halten, monatlich mit der Hand fühlen |
| 7 | übergewichtig | Ration prüfen, Bewegung erhalten |
| 8 bis 9 | fettleibig | mit Tierärztin oder Tierarzt abklären |
Grundlage: Henneke et al. 1983; Merck Veterinary Manual 2026.
Ein 500-kg-Pferd mit wenig Arbeit trinkt typischerweise 21 bis 29 Liter am Tag, bei reiner Heufütterung fast doppelt so viel. Im Winter trinken Pferde mehr, wenn das Wasser zwischen etwa 7 und 16 Grad warm ist. Ohne beheizte Tränke heißt das: mindestens zweimal täglich das Eis aufbrechen.
Ein Seniorpferd verliert im Winter nicht durch Arbeit, sondern durch Stehen. Zwanzig Minuten Schritt an der Hand auf festem Boden bringen mehr als eine Stunde am Wochenende — und deutlich mehr als eine Winterpause, aus der es im Frühjahr steifer herauskommt als es hineingegangen ist.
Gymnastizieren heißt beim Senior nicht Lektionen, sondern Beweglichkeit im Alltag erhalten. Nach dem Aufwärmen eignen sich:
Woran du merkst, dass es zu viel war: Das Pferd ist am nächsten Morgen steifer als vorher, bleibt länger liegen oder schont ein Bein. Dann zurückdosieren — und wenn es sich nicht bessert, ansehen lassen. Gezielte Übungen für ältere Pferde beschreibt auch die Seite Muskelaufbau beim Pferd.
Diese drei höre ich jeden Winter, und alle drei kommen aus Rücksicht:
Abnehmen trotz gleicher Fütterung, neue oder stärkere Lahmheit und Probleme beim Fressen gehören zur Tierärztin, nicht zur Physiotherapie. Bei diesen Zeichen rufst du sie an:
Und ein Fall, der im Winter gern unter „ist halt alt" verschwindet: das alte Pferd, das sein Winterfell im Frühjahr nicht, spät oder nur fleckig abwirft. Verzögertes Abhaaren ist eines der häufigsten Anzeichen für Cushing (PPID). Hufrehe tritt bei PPID vor allem dann auf, wenn zusätzlich eine Insulinstörung vorliegt — ein warmer Huf oder ein klammer Gang bei einem PPID-Pferd ist deshalb ein Notfall für die Tierärztin. Der Bluttest auf PPID misst das Hormon ACTH, das im Herbst natürlicherweise ansteigt; die Tierärztin bewertet das Ergebnis mit jahreszeitlichen Referenzwerten. Mehr dazu steht im Beitrag über den Fellwechsel beim Pferd.
Nicht gegen das Alter — dagegen hilft nichts. Aber gegen das, was der Winter aus dem Alter macht: Muskulatur, die durch Schonung fest wird, Gelenke, die weniger geführt werden, eine Rückenlinie, die einsinkt, weil die Tragkraft fehlt. Das ist der Bereich Mobility und Rehabilitation — Beweglichkeit erhalten, solange sie da ist, statt sie im Frühjahr zurückholen zu müssen. Nach Verletzungen oder langer Boxenruhe geht es auf der Seite Reha beim Pferd weiter.
Mit KI generiertDer zweite Teil ist ehrlicherweise die Beratung: welche Bewegung diesen Winter realistisch ist, in welcher Dosis, auf welchem Boden — und woran du merkst, dass es zu viel war. Das entscheidet sich am Pferd und nicht an einer Faustregel. Was ein Termin kostet, steht unter Preise.
Wenn du unsicher bist, ob dein Pferd noch altersgemäß läuft oder schon schont: Schick mir ein Video über die kostenlose Video-Einschätzung oder schreib mir kurz. Ich bin mobil im Raum München unterwegs, das Arbeitsgebiet zeigt, wohin ich fahre.
Eine feste Grenze gibt es nicht. Die meisten Pferde zeigen mit etwa 20 Jahren deutliche Alterszeichen; Studien zählen Pferde ab 15 Jahren meist schon zu den Senioren. Entscheidend ist nicht das Geburtsdatum, sondern Zähne, Gewicht, Gelenke und Stoffwechsel.
Meist weniger, als gut gemeint ist. Alte Gelenke werden im Stehen steif, nicht in Bewegung. Was ein Seniorpferd im Winter braucht, ist täglich Bewegung in kleiner Dosis und ein deutlich längeres Aufwärmen — nicht eine Pause bis zum Frühjahr.
Nicht automatisch. Ein altes Pferd mit gutem Winterfell, normalem Gewicht und Unterstand kommt meist ohne Decke aus. Eine Decke ist sinnvoll bei Untergewicht, fehlendem Winterfell, nach dem Scheren und bei Nässe mit Wind ohne Unterstand. Wer eindeckt, nimmt die Decke regelmäßig ab und kontrolliert darunter.
Ja, auf Dauer schon. Feuchtes Fell isoliert kaum, und im feuchtwarmen Klima unter der Decke wächst leicht Hautpilz. Schwitzt dein Pferd darunter, ist die Decke zu warm — eine leichtere wählen oder ganz weglassen und das Fell trocknen lassen.
Trockene Kälte selten. Mit Winterfell liegt die Grenze, ab der ein Pferd zusätzlich Energie fürs Warmhalten braucht, bei rund minus acht Grad. Kritisch wird die Kombination aus Nässe und Wind: durchnässtes Fell isoliert kaum noch. Dünne alte Pferde frieren früher.
Meist wegen der Zähne: Bei 95,4 % der untersuchten Pferde ab 15 Jahren fanden Tierärzte einen Zahnbefund. Spuckt das Pferd Heuröllchen aus oder frisst es langsamer, gehört es zur Zahnkontrolle. Bis dahin helfen eingeweichte Heucobs. Frisst es gar nicht mehr, sofort die Tierärztin rufen.
Im Schritt und mit langem Aufwärmen: große gebogene Linien an der Hand, Handwechsel, Schritt über einzelne Stangen am Boden, kurze Bergauf-Strecken auf festem Boden. Lieber täglich zwanzig Minuten als einmal pro Woche eine Stunde. Was zu deinem Pferd passt, lässt sich am Gangbild einschätzen.
Ein 500-kg-Pferd mit wenig Arbeit trinkt typischerweise 21 bis 29 Liter am Tag, bei reiner Heufütterung deutlich mehr. Im Winter trinken Pferde mehr, wenn das Wasser nicht eiskalt ist: angenehm sind etwa 7 bis 16 Grad. Ohne Heizung mindestens zweimal täglich das Eis aufbrechen.
Nicht am Schritt. In einer Untersuchung an 200 Pferden ab 15 Jahren waren im Schritt 18,6 % lahm, im Trab 50,5 % — fast dreimal so viele. Wer sein Pferd nur beim Führen sieht, hält vieles für Alter, was Schmerz ist.
Wenn das Pferd trotz gleicher Fütterung abnimmt, wenn eine Lahmheit plötzlich auftritt oder deutlich zunimmt, wenn es beim Fressen Heu ausspuckt — und wenn ein altes Pferd sein Winterfell im Frühjahr nicht rechtzeitig abwirft.
Der Newsletter rund ums Pferd
Der Newsletter startet bald — trag dich ein, dann bekommst du die erste Ausgabe mit Tipps und Zusatzwissen.